Pro Vita Andina Titel

Solarlampenprojekt im Amazonasgebiet

Solarlampen bringen Licht in die Urwalddörfer des peruanischen Amazonasgebietes der Provinz Loreto In den entlegenen Dörfern des peruanischen Amazonasgebietes gibt es keinen Strom für elektrische Beleuchtung - um 18.30 Uhr ist es dunkel.

Neben Kerzen sind rußende Petroleumlampen, die gesundheitsschädlich und feuergefährlich sind, oder Taschenlampen mit umweltverschmutzenden Batterien die bisher üblichen Lichtquellen.

Dazu gibt es eine umweltfreundliche Alternative: Solux e.V. in Taufkirchen hat für Entwicklungsländer tragbare LED- Solarlampen entwickelt konstruiert, die vor Ort zusammengebaut werden können. Pro Vita Andina e. V. begann im November 2009 in der Reserva Nacional Pacaya Samiria im Dorf San Martin de Tipishca ein Projekt mit 200 Lampen.

Bis 2014 wurden in mehreren hinzugekommenen Werkstätten über 1000 Solarlampen für 37 Dörfer zusammengebaut. Mittlerweile sind 30 DorfbewohnerInnen für den Zusammenbau, Wartung und Reparaturen technisch geschult und arbeiten in 9 Werkstätten.

Das Verbreitungsgebiet der Lampen erstreckt sich heute von der Reserva Nacional Pacaya Samiria bis zur ecuadorianischen und kolumbianischen Grenze.

Die LED-Solar-Lampen werden tagsüber mit einem tragbaren Paneel aufgeladen und spenden 6 - 8 Stunden Licht. Die kostenlose Energie bedeutet hohe Ersparnisse für die Menschen. Somit sind die Lampen zugleich ein Mittel zur Armutsbekämpfung. Das Projektkonzept bringt nicht nur Licht. Die Lampen werden nicht verschenkt, sondern zu einem reduzierten Preis in den Dörfern "verkauft", die sich zu nachhaltigen Umweltprojekten verpflichtet haben.

Das eingenommene Geld fließt in einen Gemeindefond, der von Komitees verwaltet wird und durch Reinvestition in verschiedene kleinere Projekte dem ganzen Dorf zugutekommt. Diese sind vielseitig und orientieren sich an den Gegebenheiten und Notwendigkeiten des jeweiligen Dorfes. So kann das Geld u.a. für Müllentsorgung, Wiederaufforstung, Trinkwasserversorgung, Gesundheitsstationen oder auch Schulen und Kindergärten verwendet werden. Alle Haushalte, die eine Lampe bekommen haben, verpflichten sich außerdem vertraglich, Müll und Batterien einzu­sammeln und ordnungsgemäß zu entsorgen. 

Das Projekt ist mittlerweile gewachsen und zählt auf die Unterstützung und Anerkennung lokaler Organisationen. So entstand eine Kooperation mit zwei bedeutenden lokalen Partnern: FORMABIAP (Ausbildungsprogram für bilinguale indigene LehrerInnen im peruanischen Amazonasgebiet) und PROCREL (Staatliches Programm zur Erhaltung und nachhaltiger Entwicklung der Artenvielfalt in Loreto).

Das Ziel ist, die umweltschädlichen alten Energiespender in den kooperierenden Dörfern durch die saubere Energie der Solarlampen zu ersetzen. Wir konnten dazu beitragen, dass die Menschen in diesem fragilen Ökosystem eine andere Auffassung und bewusstere Einstellung zu ihrer Umwelt erlangen und aktiv für deren Erhaltung arbeiten.